Kategorie: Interview der Woche

Schiedsrichter-Special „ Collinas Erben“

SchiedsrichterinterviewFranz Kopka und Arnold Fügner sind seit einem Jahr Schiedsrichter für den TSV. Zusätzlich kicken die beiden  bei den C-Junioren. Im Interview sprechen die beiden 14-jährigen über Fehlentscheidungen, ihre bisherigen Erfahrungen als Jungschiedsrichter, sowie ihre persönliche Zukunft.

Bereits seit eurem 5. Lebensjahr spielt ihr Fußball, seit 2017 lauft ihr nebenbei als Schiedsrichter für den TSV auf. Warum habt ihr euch dafür entschieden, Schiedsrichter zu werden?

Arnold: Ich wollte etwas Neues kennenlernen und zufällig suchte der TSV zu diesem Zeitpunkt dingend neue Schiedsrichter. Das hat meine Entscheidung vereinfacht. Als Spieler erlebt man Spiel für Spiel die Entscheidungen der Schiedsrichter hautnah mit und hat dazu seine eigene Meinung, welche nicht immer übereinstimmt. Ich wollte mich in die Lage eines Schiedsrichters versetzen und selbst erleben, wie schwierig die Leitung eines Spiels wirklich ist.

Franz: Den Gedanken Schiedsrichter zu werden hatte ich bereits mit 12 Jahren. Leider liegt das Mindestalter einer Schiedsrichterausbildung in Thüringen bei 14 Jahren und so musste ich mich etwa zwei Jahre gedulden. Ich mag es, als Spielleiter wichtige Entscheidungen zu treffen und beiden Mannschaften ein faires Spiel zu ermöglichen.

Schiri-2Wenn ihr euch entscheiden müsstest, Fußballer oder Schiedsrichter?

Franz: Ich würde mich vermutlich für den Schiedsrichter entscheiden. Die Wahrscheinlichkeit höherklassig pfeifen zu können schätze ich größer ein, als jemals höherklassig spielen zu können.

Arnold: Ich sehe das ähnlich wie Franz. Hinzu kommt das mir das Pfeifen aktuell mehr Spaß macht und ich nebenbei sogar noch etwas Taschengeld mit diesem Hobby verdienen kann.  

Schiedsrichter gelten oftmals als Buhmänner, ein notwendiges Übel, aber auch als wichtiger Bestandteil jedes Spiels.  Wie sind eure Erfahrungen bzw. habt ihr bereits negative Erlebnisse erfahren müssen?

Arnold: Es kommt schon vor das so Sprüche wie „bist du blind“ oder „setz die Brille auf“ kommen, aber schwere Beleidigungen oder gar Ausschreitungen habe ich bisher nicht erleben müssen. Fußball ist eine sehr emotionale Sportart, doch haben Beleidigungen und Handgreiflichkeiten hier nichts verloren und werden dem Regelwerk entsprechend bestraft.

Franz: Ich versuche im Jugendbereich vieles laufen zu lassen und das Spiel nicht wegen den kleinsten Aktionen zu unterbrechen. Bisher musste ich nur wenige Spieler und Trainer ermahnen, eine rote Karte musste ich glücklicherweise noch nie vergeben.

Schiri-4Wie geht ihr mit Fehlentscheidungen im Nachhinein um?

Franz: Menschen machen Fehler und ich als Schiedsrichter auch. Man ärgert sich natürlich über Fehlentscheidungen, aber man kann diese nicht mehr rückgängig machen. Ich versuche normal weiter zu machen und mich nicht verunsichern zu lassen. Es kam aber auch schon vor das ich mich noch Tage später über Entscheidungen ärgere.

Arnold:  Fehlentscheidungen gehören zum Leben als Schiedsrichter dazu. Für uns trifft das sicher noch etwas mehr zu. In unserer jetzigen Phase geht es  gar nicht darum immer die richtigen Entscheidungen zu treffen, sondern Erfahrungen zu sammeln und an Sicherheit zu gewinnen. Daher versuche ich auch den Fehlentscheidungen positives abzugewinnen. Dennoch habe ich den Anspruch, Fehler auf ein Minimum zu reduzieren.

Wie bereitet ihr euch als Schiedsrichter auf ein Spiel vor? Gibt es da spezielle Dinge?

Franz / Arnold: In der Regel packen wir unsere Tasche am Vortag und versuchen einige Informationen über die Teams, die spielen, zu sammeln. Anhand von Ergebnissen und Tabellen wissen wir z.B. ob es sich um ein Derby handelt oder ein enges Spiel bevorsteht. Auf diese Art und Weise kann man sich auf die Partie ein bisschen besser einstellen.

Ihr habt die Chance – welche Regeländerung würdest du einführen?

Franz: Keine…! Zumindest fällt mir keine ein. (lacht)

Arnold: Der Fußball ist doch perfekt wie er ist.

Technische Hilfsmittel – ja oder nein?

Franz: Definitiv ja! Allerdings muss der Spielfluss erhalten bleiben.

Arnold: Ich denke auch, alles was uns Schiedsrichter hilft, sollte erlaubt sein. An der aktuellen Umsetzung muss allerdings noch gearbeitet werden.

Schiri5Mit Thomas Ströhl steht euch ein erfahrener Schiedsrichter zur Seite, ist das ein Vorteil für euch und habt ihr einen Ratschlag für junge Schiedsrichter?

Franz: Thomas feiert im kommenden Jahr sein 25-jähriges Schiedsrichterjubiläum, jemanden mit dieser immensen Erfahrung an der Seite zu haben hat uns den Einstieg vereinfacht. Die ersten Spiele sind alles andere als leicht, da tut es gut wenn jemand wie Thomas an der Seitenlinie steht. Seine positiven Aspekte versuche ich herauszufiltern und auf meine Spielleitung zu übertragen.

Arnold: Man liest so oft von Unsportlichkeiten und Tätlichkeiten gegenüber Unparteiischen. Das hält bestimmt einige davon ab, eine solche Ausbildung zu machen. Wenn ihr aber Interesse am Schiedsrichterwesen habt, solltet ihr unbedingt in die Vereine gehen und die Schiedsrichterausbildung machen.  Bleibt eurem SR-Hobby treu, lernt aus Fehlern und geht gestärkt aus Rückschlägen hervor!

Lasst uns zum Abschluss etwas in die Zukunft blicken. Was für Ziele habt ihr euch für die Zukunft als Schiedsrichter gesetzt?

Arnold:  Die Champions Leaque wäre ein Traum (lacht). Da will man als Schiri natürlich hin. In erster Linie wünsche ich mir für die Zukunft, weiterhin Spaß am Pfeifen zu haben. Natürlich verfolge ich aber auch einen Traum, zu dem der Weg aber noch weit ist.

Franz: In den kommenden Monaten möchte ich mich weiterentwickeln und an meinem Fitnessstand arbeiten. Ich möchte jedes Spiel bestmöglich leiten und wie hoch es am Ende gehen wird, wird sich zeigen.

Dem ist nichts hinzuzufügen…! Vielen Dank für eure Zeit und das tolle Gespräch. Ich hoffe, ihr bekommt die Gelegenheit euch in Ruhe weiterzuentwickeln und wünsche euch für die Zukunft alles Gute!

„Unsere Sponsoren“: Interview mit der Gebr. Kirchner GmbH

KIRCHNERSie opfern dem Verein eine Menge Zeit und Geld. Sie fördern und unterstützen, wo es nur geht. Unsere Sponsoren sind eine Art Lebensversicherung für unseren kleinen Verein. Eine Unterstützung aus der Region für den regionalen Fußball.

Seit vielen Jahren unterstützt uns das Unternehmen der Gebr. Kirchner GmbH mit Sitz in Elxleben. Neben dem Transport wurde das Unternehmen um die Sparten Erdbau, Abbruch und Baustoffhandel erweitert. In wenigen Wochen feiert Geschäftsführer Andre Kirchner mit seinen 53 Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen 20-jähriges Jubiläum. Kompetenz und ein grün-weißes Herz werden in seinem Büro besonders groß geschrieben.

Wieso passen der TSV und die Gebr. Kirchner GmBH so gut zusammen?

Andre Kirchner: Im regionalen Sponsoring-Bereich sind wir breit aufgestellt. Ganz wichtig für die Entscheidung Sponsor zu werden, war und ist für uns der regionale Zusammenhalt. Als regional verankertes Unternehmen können wir die Schwierigkeiten und Herausforderungen des Vereins gut nachvollziehen und wissen, wie wichtig Unterstützung und Zusammenhalt ist.

Welche Geschichte hat dein Unternehmen und welche Position begleitest du?

Andre Kirchner: 1997 gründete ich zusammen mit meinem Bruder die Firma. Zu diesem Zeitpunkt befand sich unser Sitz in Erfurt  An der Lache,  2007 erfolgte dann der Umzug nach Elxleben, wo wir das Unternehmen stetig weiter ausbauten. Während dieser Zeit habe ich alle guten wie auch schlechten Zeiten miterleben dürfen.

Warum schlägt dein Herz grün-weiß?

Andre Kirchner: In meinen jungen Jahren habe ich in Großfahner angefangen Fußball zu spielen, damals trug man noch die Jahreszahl 1862. Nach dem Neubeginn 2006 kickte ich nochmal ein paar Jahre in der 2.Mannschaft.  Der Beginn meiner Sponsorentätigkeit 2007 war daher nicht nur einer wirtschaftlichen Überlegung geschuldet, sondern auch dem Ausdruck der Identifikation mit dem Verein. Nun bin ich ein treuer und Daumen drückender Anhänger und versuche soweit es mir möglich ist, die Heimspiele zu besuchen. Ziel heute muss es sein den Verein in der Kreisliga zu etablieren. Schaffen können wir das nur, wenn wir – die Fans und Sponsoren – gemeinsam anpacken.

Lieber Andre, vielen Dank für deine Zeit und dein tolles Engagement!

Frank Heinemann im Saisonrückblick 2016/2017

Eine turbulente Saison liegt hinter unserer Mannschaft und somit auch hinter Trainer Frank Heinemann. In unserem ausführlichen Interview spricht Frank Heinemann über das Abenteuer Kreisliga, die Höhen und Tiefen der Saison und wagt schon einmal einen Blick auf die kommende Kreisliga-Saison.

Saisonrückblick-16-17

Hallo Frank, nach zehn Jahren die erste Kreisligasaison zu spielen war ja schon ein großes Abenteuer für einen „kleinen“ Verein wie den TSV. Wie würdest du die Saison in drei Worten beschreiben?
Frank: intensiv, erfahrungsreich und nervenaufreibend

Das es eine intensive Saison war, kann man nur unterstreichen. Wenn du auf die abgelaufene Saison zurückschaust. Was war für dich die härteste Situation?

Frank: Hart ist vielleicht der falsche Ausdruck. Aber wir hatten natürlich einige Phasen, wo die Ergebnisse nicht stimmten. Nach den Auftaktniederlagen gegen Ballstädt und Siebleben II mussten wir bis zum 3.Spieltag warten, ehe wir den ersten Dreier einfahren konnten. Danach wurde es nicht leichter. Nach vier weiteren Spielen ohne Sieg haben wir natürlich vieles auf den Prüfstand gestellt. Besonders getroffen hat uns in diesem Jahr das Verletzungspech. Mit Kenny Lorenz und Dennis Hankel fehlten uns gleich zwei Leistungsträger über die gesamte Saison. Hinzu kamen viele kleinere Verletzungen die immer wieder Veränderungen in der Aufstellung erforderten, sodass es manchmal schon schwer war, überhaupt eine konkurrenzfähige Truppe auf den Rasen zu bekommen.

Am Ende habt ihr euch 28 Punkte erarbeitet und den Klassenerhalt vorzeitig gesichert. Große Freude oder Wehmutstropfen das es am Ende nicht mehr wurden?
Frank: Auf der positiven Seite steht, dass wir bereits einige Spieltage vor Saisonende sehr zeitig den Klassenerhalt in einer ausgeglichenen Kreisliga perfekt machen konnten. Allerdings gab es auch einige Tiefpunkte. Beispielsweise der Spannungsabfall am Ende der Saison, verbunden mit den zahnlosen Auftritten gegen Reinhardsbrunn und den SV Emsetal. Das war schon bitter. Schade, dass wir die letzten drei Spiele einfach die durchaus realistischen Punkte und damit eine viel bessere Platzierung in der Endabrechnung liegen ließen.

Was war dein persönliches Highlight der Saison?
Frank: Ganz klar die Auswärtsspiele in Wechmar und Luisenthal. In Wechmar war die Mannschaft trotz der tropischen Bedingungen extrem Erfolgshungrig und konnte vor allem taktisch vollends überzeugen. Beim Auswärtsspiel gegen den Luisenthaler SV waren wir zwar nicht die bessere Mannschaft, konnten aber über eine große Leidenschaft und viel Kampf die Punkte mitnehmen.

Wer war für dich der Spieler der Saison?
Frank: Letztendlich hat in einer so langen Saison jeder seine Höhen und Tiefen, müsste ich aber einen Namen nennen, wäre dass Martin Müller. Seine Ballbehandlung ist fast perfekt und gerade in den engen, komplizierten Partien macht er den Unterschied. Zu Beginn hatte er es nicht leicht und musste seinen Stil ein wenig verändern, um in seine Rolle hineinzuwachsen. Sein Spiel ist nun robuster und körperbetonter geworden.

Wie bewertest du das Niveau der Liga?
Frank: Wenn man mal den Aufsteiger Eintracht Apfelstädt herausnimmt, sehr ausgeglichen. Da konnte wirklich jeder jeden schlagen.

Wie lautet dein Fazit zur vergangenen Saison?
Frank: Wie eben schon gesagt, hätte mit etwas weniger Verletzungspech und mehr Biss am Ende mehr herausspringen können. Auch die Trainingsbeteiligung hätte besser sein können. Natürlich geht es nicht immer, aber man sollte schon versuchen ein mal die Woche zu trainieren.

Hast du für dich selbst auch etwas aus deinem ersten Kreisligajahr an der Seitenlinie mitnehmen können?
Frank: Nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für mich war es natürlich ein lehrreiches Jahr, welches mich noch einmal einen Schritt nach vorn gebracht hat. Die Kreisliga ist schon etwas anderes als die Kreisklasse. Das ganze Drumherum hat schon ein anderes Niveau und allein durch die Linienrichter bieten sich auf dem Spielfeld sehr viel mehr taktische Möglichkeiten.

Wie hast du die Unterstützung der Fans während der Saison empfunden, bzw. wie bewertest du die „Fankultur“ in Großfahner und wie wichtig ist diese?
Frank: Die Leute stehen egal was passiert hinter uns und sind sehr wichtig für die Mannschaft. Warum allerdings nur so wenige kommen verstehe ich auch nicht. Die Jungs hätten mehr Zuschauer verdient, besonders wenn man bedenkt, was wir als kleiner Verein und ohne finanzielle Zuwendungen die letzten Jahre erreicht haben. Ich weiß ja aus meiner aktiven Zeit selbst wie es ist, vor 100 oder 200 Zuschauern zu spielen, dass kann schon mal ein paar zusätzliche Prozente herauskitzeln.

„Die Herausforderung liegt ganz klar in der kommenden Saison.“

Was erwartest du von der neuen Saison und wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Frank: Ich werde mich nun erstmal ganz meiner Familie widmen! Ab Mitte Juli werden wir dann in die Vorbereitung starten und den Grundstein für eine erfolgreiche Saison 17/18 legen. Es ist natürlich ein absoluter Trugschluss, wenn man glaubt, dass es in der neuen Spielzeit einfacher wird. Die Herausforderung liegt ganz klar in der kommenden Saison. Ich hoffe natürlich das wir weitestgehend verletzungsfrei bleiben. Ebenso wünsche ich mir aber auch ein Umdenken in Sachen Trainingsbeteiligung. Wer keine 100 Prozent im Training gibt, kann sie auch im Spiel nicht bringen. Darüber sollte sich jeder klar sein. Mit Andre Frank und Andreas Deiseroth werden zukünftig zwei wichtige Pfeiler kürzer treten, dennoch bin ich optimistisch dass wir dies auffangen und kompensieren können. Über eventuelle Transfers möchten wir uns noch nicht in die Karten schauen lassen. Sicher ist jedoch, dass wir mit Tony Lorenz, Chris – und Robin Becker drei junge Talente hinzugewinnen konnten. Des Weiteren kann man Dennis Hankel, Kenny Lorenz und Basti Beck nach ihrer langen Verletzungspause bzw. Sperre nahezu als Neuzugänge betrachten (lacht). Die Liga erwarte ich ähnlich ausgeglichen wie in der abgelaufenen Spielzeit. Wenn wir fit sind, traue ich uns einiges zu!

Dann erst einmal vielen Dank für dein Resümee. Ich wünsche dir eine erholsame Zeit mit deiner Familie und alles Gute für die Zukunft.


Wir bedanken uns bei all jenen, welche unsere Spiele besuchen und den Mannschaften auch bei den noch so weiten Auswärtsspielen immer die Treue halten, egal wie wir auch manchmal spielen. Es gilt Dank für jeden Freiwilligen, der unseren „kleinen“ Verein mit Tätigkeiten rund um den Spielbetrieb unterstützt. Großer Dank gilt auch den Spielerfrauen, welche nicht nur ihre Männer jedes Wochenende abstellen, sondern auch in den unzähligen Trainings – sowie Spieltagen zu Hause die Stellung halten. Großer Dank natürlich auch an unsere großzügigen Sponsoren, ohne jene kein Verein tragbar wäre. Wir könnten diese Auflistung noch schier unendlich fortsetzen, deshalb einfach DANKE an alle, die diesen Verein zu dem machen was er ist!

Vorausblickend freuen wir uns alle auf die nun begonnene freie Zeit und geben schon bald einen Saisonausblick mit vielen Neuigkeiten. Es wird spannend! In diesem Sinne wünschen wir euch eine sonnige und verletzungsfreie Zeit. Gehabt euch Wohl, bis bald!

Martin Müller im Interview

der-stille-regisseurMartin Müller ist der neue Mittelfeldmotor. Der Neuzugang des Sommers, der normalerweise in der Zentrale beheimatet ist, agierte zuletzt auf der linken Mittelfeldposition. In unserem Interview spricht der 29-jährige über seine ungewohnte Rolle, schätzt die Lage nach dem späten Ausgleich im Heimspiel ein und schaut schon auf das kommende Spiel am Sonntag (15 Uhr) gegen den FSV Wacker 03 Gotha II voraus.

Martin, trotz des späten Ausgleichs der Mühlberger war das eine Leistung, auf der die Mannschaft aufbauen kann? Wie bewertest du die 90 Minuten?

Martin: Auf die zweite Halbzeit können wir definitiv aufbauen. Da haben wir es zeitweise schon sehr ordentlich gespielt. In der ersten Halbzeit müssen wir nach einer sehr guten Anfangsphase eigentlich in Führung gehen, haben aber stattdessen zunehmend den Faden verloren. Alles in allem war das schon in Ordnung. Wenn wir es schaffen unsere individuellen Fehler zu minimieren und etwas mehr Konstanz in unser Spiel zu bringen, dann werden wir in Zukunft auch wieder mehr punkten.

Kannst du beschreiben, wie es zu diesem unglücklichen Ausgleich kam?

Martin: Es ist ja ganz normal das Mannschaften in der Schlussphase nochmal Druck machen, wenn sie zurückliegen. Den Führungstreffer hatten wir ja schon wie den Siegtreffer gefeiert, umso bitterer ist es, wenn du den Ausgleich direkt im Gegenzug kassierst. Bis dato hatten wir alles reingehauen. Wir hatten alles umgesetzt was wir uns für die zweiten 45 Minuten vorgenommen hatten. Bis zum Ausgleich…!

In der Tabelle rangiert der TSV aktuell „nur“ auf Rang 11. Wie schätzt du die Situation und die Chancen nach den bisherigen Resultaten ein?

Martin: Wir wollten natürlich unbedingt gewinnen und hätten mit einem Dreier einen großen Sprung in der Tabelle machen können. Die zweite Halbzeit sollte uns aber für die kommenden Spiele Zuversicht und Selbstvertrauen bringen. In der Mannschaft steckt sehr viel mehr drin, als es die aktuelle Platzierung hergibt. Leider hatten wir in der Vergangenheit auch etwas Verletzungspech. Wenn bei uns alle Spieler fit sind und auch die Langzeitverletzten zurückkehren, wird es für jede Mannschaft schwer werden uns zu schlagen.

Normalerweise befindet sich deine Position im zentralen Mittelfeld. Im letzten Heimspiel stellte dich Trainer Frank Heinemann auf die ungewohnte linke Außenbahn. Wie empfindest du diese ungewohnte Rolle?

Martin: Grundsätzlich spiele ich da wo der Trainer mich aufstellt (lacht) und so ungewohnt ist diese Position für mich ja nicht. Beim FC Gebesee habe ich unter anderem auch auf dieser Position gespielt. Ich nehme die Situation an und stelle mich in den Dienst der Mannschaft.

In der Kreisliga ist der TSV am kommenden Sonntag (15 Uhr) bei Wacker 03 Gotha zu Gast. Wie schätzt du die Chancen unserer Mannschaft ein?

Die Kreisliga Gotha ist für mich ja noch sehr neu, weswegen ich zu den einzelnen Teams wenig sagen kann. Aus der Erfahrung heraus sind die zweiten Mannschaften aber immer wie eine Wundertüte. Man weiß eben nie wer eventuell aus der ersten Mannschaft hinzu stoßen könnte. Technisch wird der Gegner sicherlich auf hohem Niveau spielen, wenn wir aber mit viel Kampf, Leidenschaft und großer taktischer Disziplin in das Spiel gehen, dann sind wir eine schlagkräftige Truppe, die auch die Gothaer Thüringenliga-Reserve schlagen kann. Dazu müssen wir aber alles abrufen!

Trainer Frank Heinemann im Interview

Trainer-InterviewEs ist soweit, der TSV startet kommenden Sonntag (15 Uhr) gegen Blau Weiß Ballstädt erstmals in der Kreisliga. Dabei bekommen wir es mit starker Konkurrenz zu tun. Zweifel am Klassenerhalt? Hat trotzdem niemand! Vor genau 4 Wochen stieg Trainer Frank Heinemann mit seinen Jungs in die Vorbereitung ein. In unserem großen Interview spricht er über seine persönliche Rolle, analysiert die Vorbereitung und blickt auf die bevorstehenden Aufgaben.

Frank, die Vorbereitung ist nahezu abgeschlossen, gegen Blau Weiß geht’s endlich mit den Punktspielen los. Wird Zeit oder?

Frank: Absolut! Wir haben in den vergangenen 4 Wochen konzentriert und intensiv trainiert und freuen uns jetzt einfach, dass der Ligabetrieb startet – und das auch noch mit einem Heimspiel. Wir sind bereit und haben richtig Lust auf die Saison.

Im ersten Heimspiel treffen wir auf einen altbekannten Gegner – wie schätzt du die Mannschaft der Blau-Weißen ein?

Frank: Sie sind eine spielerisch gut eingestellte Truppe und haben sich innerhalb der Liga gut etablieren können. Es wird ein schweres Spiel und gleichzeitig ein Gradmesser für die kommenden Spiele werden. Ich bin mir aber sicher, wenn wir an unsere Stärken glauben und diese umsetzen, wird es schwer werden uns zu schlagen.

Welche Eindrücke konntest du bisher von deiner Mannschaft sammeln und wie fällt dein Fazit der Vorbereitung aus?

Frank: Wir haben während der Vorbereitung einige neue Dinge ausprobieren können und hoffen diese auch schon bald in den Punktspielen umsetzen zu können. Leider konnten einige unserer Spieler verletzungsbedingt oder berufsbedingt nur wenig bis gar nicht trainieren. Hier haben wir noch Nachholbedarf. Insgesamt bin ich aber wirklich sehr zufrieden! Jeder im Verein gibt Gas für den Erfolg und man spürt auch innerhalb des Ortes eine gewisse Euphorie.

Wie haben sich die Neuzugänge Martin Müller, Sebastian Beck, Marcel Wehr und Christian „Lumpi“ Ernst integriert?

Frank: Die Jungs sind gut in der Truppe angekommen. Da sich die Spieler schon viele Jahre kennen, war es auch nicht schwer sie zu integrieren. Alle 4 haben schon jetzt gezeigt dass sie Optionen für die Startelf sind und uns von Beginn an helfen können. Jetzt müssen sie unser Spielsystem weiter verinnerlichen und an Kleinigkeiten arbeiten. Besonders freut uns natürlich, dass sie alle aus der Region kommen und sich mit dieser identifizieren. Wenn du Spieler bezüglich einer Verpflichtung ansprichst, geht es heut zu Tage meist recht schnell ums Geld. Insofern kann man diese Transfers schon als etwas Besonderes bezeichnen, denn keiner der 4 stellte irgendwelche Ansprüche.

Wo siehst du insgesamt noch das meiste Verbesserungspotential?

Frank: Verbessern kann man sich immer, aber auf die Kreisliga bezogen ist unser Niveau schon recht ordentlich. Am meisten Potenzial sehe ich noch in der Chancenverwertung und darin, unsere Ideen im Spiel in einem noch höherem Tempo umzusetzen. Gerade im Spielaufbau machen wir manchmal noch zu einfache Fehler.

Man kennt dich in Großfahner als Spieler und als Trainer. Was unterscheidet diese beiden Persönlichkeiten?

Frank: Als Trainer hast du ganz andere Aufgaben und eine größere Verantwortung als ein Spieler. Bei mir verlief der Übergang vom Feld auf die Bank relativ nahtlos, deshalb habe ich mich menschlich auch nicht großartig verändert. Aber egal ob als Spieler oder als Trainer, ich will immer den maximalen Erfolg.

Nach dem Aufstieg in die Kreisliga ist der Klassenerhalt das erklärte Saisonziel. Verspürst du Druck?

Frank: Ich kenne die langfristigen Ziele des Vereins, und ich weiß auch, was von mir erwartet wird. Druck verspüre ich keinen, schließlich können wir als Aufsteiger befreit aufspielen. In der Kreisklasse gab es einige Mannschaften, welche locker Kreisliga spielen könnten, insofern glaube ich dass es schwieriger ist den Sprung in die Kreisliga, als den Klassenerhalt zu schaffen. Hier soll Fußball auch in erster Linie Spaß machen, aber wir sind natürlich mit vollem Ernst bei der Sache.

Als Spieler hattest du namhafte Trainer wie Rainer Trölitsch, Achim Fischer und Thomas Liebetrau. Wie sehr wurdest du von diesen Trainern geprägt?

Frank: Ich hatte in all den Jahren viele gute Trainer und habe von jedem etwas mitgenommen. Klar denke ich noch ab und zu daran, was einer meiner ehemaligen Trainer in einer gewissen Situation gemacht hätte, doch versuche ich natürlich meinen eigenen Weg zu gehen und mich weiterzuentwickeln.

Mit welcher Philosophie möchtest du das schaffen?

Frank: Ich mag attraktiven Fußball, den auch die Zuschauer gern sehen. Natürlich wird es aber auch Gegner geben die uns taktisch als auch spielerisch überlegen sind, alles in allem sehe ich die Liga jedoch recht ausgeglichen.

Deine Mannschat ist 2016 noch ohne Punktspielniederlage, was ist das Erfolgsrezept und glaubst du es könnte zunächst ein Vorteil sein?

Frank: Unser größter Vorteil ist, dass wir seit vielen Jahren zusammen spielen und demzufolge ein eingespielter Haufen sind. Wir hatten aber auch das entsprechende Glück, welches man für so eine Serie natürlich auch haben muss. Personell hatten wir zum Ende hin arge Probleme und mussten des Öfteren auf unsere zweite Mannschaft zugreifen. Aber wenn du so einen Lauf hast, dann kann das nochmal Kräfte freisetzen die du unter normalen Bedingungen eben nicht hast. Als bestes Beispiel dient hierfür das Spiel gegen den FSV Ohratal III, als wir zur Halbzeit nicht nur mit 0-2 hinten lagen, sondern nach dem Seitenwechsel auch noch zwei hundertprozentige Chancen liegen lassen haben. Unter normalen Bedingungen fängst du eigentlich an, an dir zu zweifeln, doch die Mannschaft baute sich weiter gegenseitig auf und glaubte fest an ihre Stärken.

Lass uns zum Abschluss noch einen Blick auf die Liga werfen. Welche Teams sind zu favorisieren, gegen welche Mannschaften wird es besonders schwer werden und wo ordnest du dein Team ein?

Frank: Ich schaue in erster Linie auf den eigenen Verein. Wir brauchen uns nicht nach rechts oder links orientieren, sondern müssen uns selbst nach vorne bringen. Natürlich respektieren wir jeden Gegner, aber wir werden versuchen unsere Stärken auszuspielen und dadurch zu gewinnen. Jedes Jahr hält die Liga ein bis zwei Wundertüten bereit, als Favoriten muss man aber ganz klar den Luisentaler SV sowie Westring Gotha bezeichnen. Und auch wenn Eintracht Apfelstädt als Aufsteiger ins Rennen geht, muss man diese mit ganz vorn auf der Rechnung haben. Offensiv sind sie einfach so gut aufgestellt wie kein Zweiter, wenn sie nun noch ihre defensiven Schwächen abschalten können ist alles möglich. Wir werden aber alles dafür tun, um am Ende der Saison eine gut gefüllte Wundertüte zu sein. (grinst)

Vizepräsident Sven Kopka über den schwierigen Neuanfang

Interview-Sven

TSV Vizepräsident Sven Kopka spricht im Interview über den schwierigen Neuanfang in Großfahner, kleine Schritte auf dem Weg zurück in die Kreisliga und seine Vision eines neuen TSV‘s.

Nach einem turbulenten Jahr voller Höhen, verbunden mit dem Aufstieg in die Kreisliga, ist beim TSV längst noch keine Ruhe eingekehrt. Mit 36 Punkten aus 13 Begegnungen spielten unsere Jungs eine phänomenale Rückrunde und blieben im Jahr 2016 gar noch ungeschlagen. Eine ordentliche Ausbeute, doch das soll erst der Anfang sein. Im Interview spricht unser Vizepräsident Sven Kopka über den schwierigen Start, seine Ziele für die Zukunft und ein neues Leitbild, welches den TSV prägen soll.

Hallo Sven, unsere Jungs trainieren zwei mal die Woche, wie steht es mit dir, betreibst du als Ausgleich noch sportliche Aktivitäten?

Sven: Leider nicht mehr, alt werden ist einfach schei…! (lacht)

Nach nur wenigen Jahren „FC Fahner Höhe 03“ erfolgte recht schnell die Trennung, zu diesem Zeitpunkt stand Großfahner ohne Sportverein da, woher kam die Idee einen neuen Sportverein zu gründen und wie verlief die Umsetzung?

Sven: Die Idee hatte unser Präsident Thomas Franke. Damals bestanden die A-Junioren von „Fahner Höhe 03“ fast ausschließlich aus Fahnerschen Spielern. Warum also nicht um die Mannschaft rum bauen? Die Gründungsversammlung im Dezember 2006 verlief sehr positiv, doch schon bald stellten sich die ersten Schwierigkeiten ein. Um in das Vereinsregister eingetragen werden zu können mussten wir zunächst unsere Satzung überarbeiten. Ohne den juristischen Beistand von Monika Tippelhofer hätten wir es wohl nicht mehr rechtzeitig zur neuen Saison geschafft und der Spielbetrieb hätte um ein Jahr verschoben werden müssen. Auch „TSV 1862“ durften wir uns nicht mehr nennen. Was damals noch kurz nach der Wende möglich war, ging 10 Jahre später plötzlich nicht mehr. Ausschlaggebend war die Forderung nach exakten Nachweisen dieser Zahl, was uns leider nicht möglich war. Kurz nach der Gründung gab es ein Treffen mit dem Vorstand des „FC Fahner Höhe 03“. Inhalt dieses Treffens sollte eigentlich die Zusammenarbeit im Nachwuchsbereich sein, stattdessen wurde uns jedoch lang und breit erklärt, dass es unseren Verein eigentlich nicht geben dürfte. Leicht gestaltete sich hingegen die Trainersuche. Die plumpe Frage nach der Aufgabe beantwortete Thomas Liebetrau mit einem „Ja“, den Co-Trainerposten hatte ich zunächst übernommen, musste ihn jedoch später aus Zeitgründen wieder abgeben.

Im Dezember werden wir bereits 10 Jahre alt, wie würdest du den bisherigen Weg des Vereins beschreiben?

Sven: Ich würde doch ein positives Fazit ziehen. Seit der Neugründung 2006 konnten wir 3 Aufstiege feiern, in der nun abgelaufenen Saison gelang uns gar der Sprung in die Kreisliga, wer hätte das vor der Saison erwartet? Dazu muss man auch sagen, zwei Männermannschaften ohne Spielgemeinschaft findet man nur noch sehr selten, ähnlich sieht es im Nachwuchsbereich aus. In den letzten Jahren konnten wir mit zwei Juniorenmannschaften am Spielbetrieb teilnehmen, ab der kommenden Saison werden es bereits drei Juniorenmannschaften sein. Außerdem werden wir mit Hilfe von Kenny Lorenz die Bambinis wieder ins Leben rufen. Die Entwicklung geht demzufolge immer weiter, lediglich beim Thema Schiedsrichter stellen sehe ich gravierende Probleme, so dass uns in der kommenden Saison möglicherweise ein Punktabzug drohen könnte.

Bevor man sich 2003 mit Dachwig zum „FC Fahner Höhe 03“ zusammenschloss, gab es den TSV 1862 Großfahner, worin würdest du sagen unterscheidet sich der TSV 1862 gegenüber dem neuen Verein?

Sven: Ganz klar in der finanziellen Ausrichtung. Der TSV 1862 lebte viele Jahre über seinen Verhältnissen und gab mehr Geld aus, als er einnahm. Heute ist das ganz anders. Wir haben nicht die ganz großen finanziellen Möglichkeiten, aber dennoch ist der Verein wirtschaftlich kerngesund aufgestellt. Jeder Spieler der zu uns wechselt kommt freiwillig und trägt das Trikot aus Leidenschaft zum Sport, oder dem Verein. Egal ob Leistungsträger oder Reservespieler, finanzielle Zuwendungen gibt es bei uns nicht. Jeder bringt sich so gut ein wie er nur kann, auch wenn ich mir bei dem ein oder anderen noch mehr Engagement wünschen würde, dass ist aber völlig normal.

Gab es seit der Neugründung 2006 Ereignisse, die dir besonders im Gedächtnis geblieben sind? Oder gab es gar Entscheidungen die du vielleicht bereust und heute anders angehen würdest?

Sven: Definitiv. Da fällt mir sofort das erste Training am 16.März 2007 ein. Damals waren mehr Zuschauer als Spieler da. Die meisten Besucher waren neugierig, konnten dass mit dem neuen Verein und einer eigenen Mannschaft wohl gar nicht richtig glauben. Leider sind damals aber viele Spieler wieder recht schnell abgewandert, die 3.Kreisklasse war eben auch nicht sonderlich attraktiv. Allerdings kehrten auch ehemalige Spieler aus anderen Vereinen zurück, beispielsweise Frank Heinemann und Marcel Krieghoff (ehemals Knape), welcher auch heute noch für uns spielberechtigt wäre. Man trifft natürlich auch nicht immer nur die richtigen Entscheidungen, aber in der Masse sollte man nicht zu oft daneben liegen. Wir hatten vor einigen Jahren in der F-Jugend eine Spielgemeinschaft mit der damaligen SG Tonna. Was Holger Weis und ich damals alles erleben durften, möchte ich hier nicht im Einzelnen wiedergeben. Ich sage nur: nie wieder! Das betrifft aber ausdrücklich nicht alle Sportfreunde, mit denen wir damals zu tun hatten.

Neben der Position als Vizepräsident bist du im Verein auch als F-Jugendtrainer aktiv. Wie du vorhin bereits angedeutet hast, bewertest du die Entwicklung im Juniorenbereich sehr positiv, aber ist der Abstand der Nachwuchsmannschaften bis hoch in die Männermannschaften eventuell zu groß und könnte dies früher oder später zu Problemen führen?

Sven: Es geht nur mit kleinen Schritten, denn als wir anfingen hatten wir nicht einen einzigen Jugendspieler. Unser langfristiges Ziel ist es natürlich junge Talente zu fördern, statt teure Neuverpflichtungen vorzunehmen. Man muss aber sehen, was davon umsetzbar ist. Wenn wir von eigener Nachwuchsentwicklung sprechen, geht es um einen Zirkel von sieben, acht oder gar mehr Jahren. Man kann also nicht erwarten, dass demnächst nur noch 18- oder 19-jährige Spieler aus Großfahner und der Region bei uns spielen. Die ersten Spieler aus dem eigenen Nachwuchs könnten in vier oder fünf Jahren im Männerbereich ankommen, bis dahin müssen wir mit punktuellen Verstärkungen arbeiten. Diese müssen allerdings wie schon beschrieben sportlich und menschlich zu uns passen.

Werfen wir doch mal einen Blick in die Zukunft, wo steht der Verein in 10 Jahren? Gibt es bestimmte Pläne oder Wünsche?

Sven: Für mich steht das Wort „Verein“ im Vordergrund. Bei über 120 Mitgliedern kann man es sicherlich nicht immer jedem Recht machen, aber man kann es versuchen. Pläne gibt es keine konkreten, ich würde mir aber wünschen wollen, dass der Verein auch in Zukunft wirtschaftlich gesund aufgestellt bleibt. Außerdem würde ich mir wünschen, dass wir eigenständig bleiben können. Das ganze Fusioniere klappt doch in der Regel überall nicht wirklich. Das betrifft den Männerbereich, sowie den Nachwuchsbereich.

Kehren wir zu aktuellen Ereignissen zurück, die erste Mannschaft holte nach einer phänomenalen Rückrunde die Vizemeisterschaft der 1.Kreisklasse. Eine Überraschung für dich?

Sven: Nach den letzten beiden Heimspielen 2015 schon. Eigentlich müssen wir den Zuschauern für die damalige Leistung heute noch Schmerzensgeld zahlen (lacht). Aber die Mannschaft hat es mit dieser einmaligen Rückrunde zurückgezahlt. Positiv und schnell haben sich unsere Neuzugänge in die Mannschaft integrieren lassen und auch die Rückkehr von Marius Henniger spielte eine tragende Rolle. Ein 40-jähriger läuft nun mal nicht doppelt so schnell wie ein 20-jähriger. Kompliment aber auch an Trainer Frank Heinemann, der vor allem gegen die Großen der Liga mit taktischer Raffinesse umzugehen und seine Mannschaft auf den Punkt genau einzustellen wusste.

Neben der Vizemeisterschaft gelang der Mannschaft auch der Aufstieg, womit die Jubiläumssaison in der Kreisliga stattfinden wird. Was sind deine Erwartungen für die neue Saison? Und wird der Verein in der Kreisliga mehr investieren müssen bzw. sogar mehr Sponsoren benötigen, um die Entwicklung weiter vorantreiben und handlungsfähig bleiben zu können?

Die 1.Mannschaft wird sich zunächst an die neuen Bedingungen und die veränderte Atmosphäre gewöhnen müssen. Das wird etwas Zeit brauchen. Als Aufsteiger kann somit nur das Ziel Klassenerhalt lauten. Den Kindern unserer Juniorenmannschaften wünsche ich viel Spaß am Spiel, da ist die Platzierung nicht überaus wichtig. Viel wichtiger ist es den Spaß am Fußball zu vermitteln und am Leben zu halten. Dennoch möchten die Jungs und Mädels natürlich auch gewinnen, weswegen der aktive Nachwuchs ab der kommenden Saison auch zweimal die Woche trainieren wird. Mein Dank an dieser Stelle gilt allen Trainern und Betreuern, berufsbedingt ist dass alles für niemanden allein zu stemmen. Investieren müssen wir in der Kreisliga auf alle Fälle deutlich mehr. Allein die kosten der Schiedsrichter werden sich durch die hinzukommenden Linienrichter verdreifachen und auch im Nachwuchsbereich werden durch eine weitere C-Juniorenmannschaft weitere Kosten hinzukommen.

Kommen wir zur Schlussfrage. 10 Jahre TSV Großfahner – Wie lautet dein bisheriges Fazit?

Auf alle Fälle positiv, wer hätte vor 10 Jahren gedacht das wir heute sportlich als auch wirtschaftlich so gut dastehen würden? Hätte Thomas Franke das Ding damals nicht angeschoben, könnten heute mindestens 4 Rinder auf dem Sportplatz weiden oder die „Freunde“, die die Fahner Höhe sehen können hätten zwei beleuchtete Plätze zum trainieren. Fußball gespielt würde in Großfahner dann sicher aber nicht mehr.

Dann bedanke ich mich ganz herzlich, dass du dir die Zeit genommen hast uns so ausführlich Rede und Antwort zu stehen. Ich denke viele werden den Weg des Vereins weiterhin gespannt verfolgen und konnten so einen etwas tieferen Einblick gewinnen. Alles Gute und weiterhin viel Erfolg.