Frank Heinemann im Saisonrückblick 2016/2017

Eine turbulente Saison liegt hinter unserer Mannschaft und somit auch hinter Trainer Frank Heinemann. In unserem ausführlichen Interview spricht Frank Heinemann über das Abenteuer Kreisliga, die Höhen und Tiefen der Saison und wagt schon einmal einen Blick auf die kommende Kreisliga-Saison.

Saisonrückblick-16-17

Hallo Frank, nach zehn Jahren die erste Kreisligasaison zu spielen war ja schon ein großes Abenteuer für einen „kleinen“ Verein wie den TSV. Wie würdest du die Saison in drei Worten beschreiben?
Frank: intensiv, erfahrungsreich und nervenaufreibend

Das es eine intensive Saison war, kann man nur unterstreichen. Wenn du auf die abgelaufene Saison zurückschaust. Was war für dich die härteste Situation?

Frank: Hart ist vielleicht der falsche Ausdruck. Aber wir hatten natürlich einige Phasen, wo die Ergebnisse nicht stimmten. Nach den Auftaktniederlagen gegen Ballstädt und Siebleben II mussten wir bis zum 3.Spieltag warten, ehe wir den ersten Dreier einfahren konnten. Danach wurde es nicht leichter. Nach vier weiteren Spielen ohne Sieg haben wir natürlich vieles auf den Prüfstand gestellt. Besonders getroffen hat uns in diesem Jahr das Verletzungspech. Mit Kenny Lorenz und Dennis Hankel fehlten uns gleich zwei Leistungsträger über die gesamte Saison. Hinzu kamen viele kleinere Verletzungen die immer wieder Veränderungen in der Aufstellung erforderten, sodass es manchmal schon schwer war, überhaupt eine konkurrenzfähige Truppe auf den Rasen zu bekommen.

Am Ende habt ihr euch 28 Punkte erarbeitet und den Klassenerhalt vorzeitig gesichert. Große Freude oder Wehmutstropfen das es am Ende nicht mehr wurden?
Frank: Auf der positiven Seite steht, dass wir bereits einige Spieltage vor Saisonende sehr zeitig den Klassenerhalt in einer ausgeglichenen Kreisliga perfekt machen konnten. Allerdings gab es auch einige Tiefpunkte. Beispielsweise der Spannungsabfall am Ende der Saison, verbunden mit den zahnlosen Auftritten gegen Reinhardsbrunn und den SV Emsetal. Das war schon bitter. Schade, dass wir die letzten drei Spiele einfach die durchaus realistischen Punkte und damit eine viel bessere Platzierung in der Endabrechnung liegen ließen.

Was war dein persönliches Highlight der Saison?
Frank: Ganz klar die Auswärtsspiele in Wechmar und Luisenthal. In Wechmar war die Mannschaft trotz der tropischen Bedingungen extrem Erfolgshungrig und konnte vor allem taktisch vollends überzeugen. Beim Auswärtsspiel gegen den Luisenthaler SV waren wir zwar nicht die bessere Mannschaft, konnten aber über eine große Leidenschaft und viel Kampf die Punkte mitnehmen.

Wer war für dich der Spieler der Saison?
Frank: Letztendlich hat in einer so langen Saison jeder seine Höhen und Tiefen, müsste ich aber einen Namen nennen, wäre dass Martin Müller. Seine Ballbehandlung ist fast perfekt und gerade in den engen, komplizierten Partien macht er den Unterschied. Zu Beginn hatte er es nicht leicht und musste seinen Stil ein wenig verändern, um in seine Rolle hineinzuwachsen. Sein Spiel ist nun robuster und körperbetonter geworden.

Wie bewertest du das Niveau der Liga?
Frank: Wenn man mal den Aufsteiger Eintracht Apfelstädt herausnimmt, sehr ausgeglichen. Da konnte wirklich jeder jeden schlagen.

Wie lautet dein Fazit zur vergangenen Saison?
Frank: Wie eben schon gesagt, hätte mit etwas weniger Verletzungspech und mehr Biss am Ende mehr herausspringen können. Auch die Trainingsbeteiligung hätte besser sein können. Natürlich geht es nicht immer, aber man sollte schon versuchen ein mal die Woche zu trainieren.

Hast du für dich selbst auch etwas aus deinem ersten Kreisligajahr an der Seitenlinie mitnehmen können?
Frank: Nicht nur für die Mannschaft, sondern auch für mich war es natürlich ein lehrreiches Jahr, welches mich noch einmal einen Schritt nach vorn gebracht hat. Die Kreisliga ist schon etwas anderes als die Kreisklasse. Das ganze Drumherum hat schon ein anderes Niveau und allein durch die Linienrichter bieten sich auf dem Spielfeld sehr viel mehr taktische Möglichkeiten.

Wie hast du die Unterstützung der Fans während der Saison empfunden, bzw. wie bewertest du die „Fankultur“ in Großfahner und wie wichtig ist diese?
Frank: Die Leute stehen egal was passiert hinter uns und sind sehr wichtig für die Mannschaft. Warum allerdings nur so wenige kommen verstehe ich auch nicht. Die Jungs hätten mehr Zuschauer verdient, besonders wenn man bedenkt, was wir als kleiner Verein und ohne finanzielle Zuwendungen die letzten Jahre erreicht haben. Ich weiß ja aus meiner aktiven Zeit selbst wie es ist, vor 100 oder 200 Zuschauern zu spielen, dass kann schon mal ein paar zusätzliche Prozente herauskitzeln.

„Die Herausforderung liegt ganz klar in der kommenden Saison.“

Was erwartest du von der neuen Saison und wie sehen deine Pläne für die Zukunft aus?
Frank: Ich werde mich nun erstmal ganz meiner Familie widmen! Ab Mitte Juli werden wir dann in die Vorbereitung starten und den Grundstein für eine erfolgreiche Saison 17/18 legen. Es ist natürlich ein absoluter Trugschluss, wenn man glaubt, dass es in der neuen Spielzeit einfacher wird. Die Herausforderung liegt ganz klar in der kommenden Saison. Ich hoffe natürlich das wir weitestgehend verletzungsfrei bleiben. Ebenso wünsche ich mir aber auch ein Umdenken in Sachen Trainingsbeteiligung. Wer keine 100 Prozent im Training gibt, kann sie auch im Spiel nicht bringen. Darüber sollte sich jeder klar sein. Mit Andre Frank und Andreas Deiseroth werden zukünftig zwei wichtige Pfeiler kürzer treten, dennoch bin ich optimistisch dass wir dies auffangen und kompensieren können. Über eventuelle Transfers möchten wir uns noch nicht in die Karten schauen lassen. Sicher ist jedoch, dass wir mit Tony Lorenz, Chris – und Robin Becker drei junge Talente hinzugewinnen konnten. Des Weiteren kann man Dennis Hankel, Kenny Lorenz und Basti Beck nach ihrer langen Verletzungspause bzw. Sperre nahezu als Neuzugänge betrachten (lacht). Die Liga erwarte ich ähnlich ausgeglichen wie in der abgelaufenen Spielzeit. Wenn wir fit sind, traue ich uns einiges zu!

Dann erst einmal vielen Dank für dein Resümee. Ich wünsche dir eine erholsame Zeit mit deiner Familie und alles Gute für die Zukunft.


Wir bedanken uns bei all jenen, welche unsere Spiele besuchen und den Mannschaften auch bei den noch so weiten Auswärtsspielen immer die Treue halten, egal wie wir auch manchmal spielen. Es gilt Dank für jeden Freiwilligen, der unseren „kleinen“ Verein mit Tätigkeiten rund um den Spielbetrieb unterstützt. Großer Dank gilt auch den Spielerfrauen, welche nicht nur ihre Männer jedes Wochenende abstellen, sondern auch in den unzähligen Trainings – sowie Spieltagen zu Hause die Stellung halten. Großer Dank natürlich auch an unsere großzügigen Sponsoren, ohne jene kein Verein tragbar wäre. Wir könnten diese Auflistung noch schier unendlich fortsetzen, deshalb einfach DANKE an alle, die diesen Verein zu dem machen was er ist!

Vorausblickend freuen wir uns alle auf die nun begonnene freie Zeit und geben schon bald einen Saisonausblick mit vielen Neuigkeiten. Es wird spannend! In diesem Sinne wünschen wir euch eine sonnige und verletzungsfreie Zeit. Gehabt euch Wohl, bis bald!