Großfahner belohnt sich spät

Spielbericht TSV - Emleben

Betrachtet man die letzten Partien gegen den gestrigen Gegner aus Emleben, muss man fast schon vor Ehrfurcht erstarren, liegt doch ein Sieg über die Gäste bereits 23 Monate zurück. Das Endergebnis damals lautete 2-1, und war alles andere als ein Selbstläufer.
Auch dieses mal sollte wieder ein schwieriges Spiel mit unangenehmen Gegner auf uns warten.

Die Gäste hatten in den Anfangsminuten die Nase vorn, doch beide Mannschaften taten sich zunächst schwer. Wie wichtig die heutigen 3 Punkte sein würden, merkte man unserer Mannschaft an. Keiner wollte einen entscheidenden Fehler machen, Nervosität und fehlender Mut im Spiel waren die Folge. So brauchte die Partie einige Minuten um in Fahrt zu kommen. Für TSV Trainer Heinemann erscheint die erste Hälfte unerträglich. Von Beginn an machen ihm die Konzentrationsschwächen und Fehlpässe seiner Spieler zu schaffen. Mit zunehmenden Spielverlauf kam nun mehr Härte in die Partie, für einen kurzen Schockmoment sorgte dabei in der 25. Spielminute ein übler Ellenbogencheck gegen Peter Sonneberg, welcher kurz darauf das Feld verletzt verlassen und durch Sven Ihring ersetzt werden musste.
Durch viele überstürzte Entscheidungen im Spielaufbau, machten wir uns das Leben selber schwer, und konnten in der gesamten 1.Hälfte keine nennenswerten Torchancen herausarbeiten. Und was tat der sonst so spielstarke Gast? Dieser hatte zwar insgesamt mehr Ballbesitz, schaffte es jedoch in keiner Weise unsere Defensive, um Martin Pennewiss unter Druck zu setzen. Der Gegner zeigt sich zwar weitestgehend sicher im Spielaufbau, bis auf einige Standardsituationen und ungefährlichen Distanzschüssen, ist für die Gäste in der 1.Hälfte aber nichts zu holen. Für die gut 50 bis 60 anwesenden Zuschauer bisher kein sonderlich schön anzuschauendes Fussballspiel, doch Trainer Heinemann ist ebenso wie das Fanlager fest davon überzeugt, dass in seinen Spielern noch deutlich mehr steckt.

Zu Beginn der 2. Halbzeit gewannen die Gäste allerdings zunächst die Oberhand. Der Druck auf unser Tor wurde nun wesentlich erhöht. So kamen die Emlebener in der 55. Spielminute zu einer sehenswerten Torchance, als man mit einem Dribbling über den linken Flügel durchbrach und die Direktabnahme nach Querpass nur den Pfosten traf. Die Gästeführung lag nun in der Luft, alles was hierfür fehlte war das quäntchen Glück.
Unsere Mannschaft spielte mit dem Feuer und in der 65. Minute war es dann soweit. In der Rückwärtsbewegung waren wir zu behäbig und nicht konsequent genug. Nahezu die gleiche vorhergegangene Spielsituation, die Gäste dribbeln sich über die linke Seite durch, ein Steilpass auf einen im Abseits stehenden Spieler, dieser bedient mit einer Flanke punktgenau den in der Mitte abnehmbereiten Mitspieler, der den Ball aus wenigen Metern problemlos einschieben kann.
Mannschaft und Trainer waren bedient, doch noch standen lange 25 Minuten auf der Uhr. Wichtig war es nun eine Reaktion zu zeigen und all die Last die uns auf den Füßen zu liegen schien abzulegen. Einen entscheidenden Beitrag hierzu leistete Christian Weber, als er im entscheidenden Moment den Kragen hochstellt und nur eine Minute nach dem Rückstand zum 1:1 ausgleicht.
Vorausgegangen war ein langer Ball, welcher durch Mann und Maus durch sprang und den Weg zu Christian fand. Dieser lässt den gegnerischen Keeper keinerlei Abwehrchance und netzt aus Nahdistanz zum 1:1 ein.
Nun waren immer noch 24 Minuten zu spielen und es schien als sei der Knoten geplatzt. In der 68. Spielminute gab Kevin John sein Comeback, als er für den guten Marius Henniger auf das Spielfeld kam. Eine Entscheidung die später noch von Bedeutung sein sollte.
Beide Mannschaften lieferten sich nun einen Schlagabtausch, Torchancen gab es auf beiden Seiten, doch hatten wir nun die klareren Möglichkeiten. Nach schönem Direktspiel landet der Ball bei Dennis Hankel, dieser setzt sich gegen seinen Gegenspieler durch und schiebt die Kugel ins Netz.
Schiedsrichter Engelmann entscheidet jedoch auf Abseitsstellung und gibt den Treffer nicht. Wenige Minuten später war es Andre Frank, der aus ca.16 Metern zu einer guten Schussmöglichkeit kam. Dieses mal reagiert der Gästeschlussmann allerdings hervorragend und schiebt den Ball mit der Faust über die Latte.
Die Gäste wirkten nun zunehmend platt und lauerten auf den entscheidenden Konter. Auch eine erneute Führung wäre für diese möglich gewesen, doch wurden die wenigen eigenen Chancen die es nun noch gab schlecht zu ende gespielt, bzw. stark von unserer Verteidigung abgewehrt.
Angeführt von Sven Ihring, welcher sich trotz vieler kleiner Blessuren aufopferungsvoll in jeden Zweikampf warf, wollte unsere Mannschaft nun unbedingt den Sieg, und den damit verbundenen 3er holen.In der 85. Spielminute wurde Karsten Ihring auf Höhe der Mittellinie gefoult, den damit verbundenen Freistoß führte Martin Pennewiss zur Überraschung der Gäste schnell aus, und findet den Weg zu dem alleinstehenden Eric Starke, welcher den Ball sehenswert ins Tor köpft. Während man auf Seiten des TSV jubelte und glaubte für die Vorentscheidung gesorgt zu haben, entschied Schiedsrichter Engelmann erneut auf Abseits/Foulspiel…? Ich weiß es nicht, und viele andere wohl ebenfalls nicht. Der Ball ist gefühlte Minuten in der Luft unterwegs und ein Pfiff ertönte erst, nachdem der Ball im Kasten war. Eine erneut sehr fragwürdige Entscheidung des Schiedsrichters, welche erschreckende Parallelen in den Hinterköpfen hervorrufte. Trainer Frank Heinemann „was not amused“ und peitschte seine Mannschaft noch einmal mit allen Mitteln an. „Wir kriegen noch eine Chance“, schalt es über den Platz.
Und genau so sollte es kommen! Der eingewechselte Kevin John läuft in der Nachspielzeit zum Eckball an, und bedient „Luca Boni“ Weber, welcher aus 4 Metern den Ball unhaltbar ins Tor köpfte. Ein super Zusammenspiel und eine gute Gelegenheit sich mit dem gleichzeitigen Schlusspfiff feiern zu lassen. Fussballherz was willst du mehr!
Fazit: 65 schlechte Minuten, mit viel zu wenig Lauf- und Kampfbereitschaft hätten uns fast das Spiel gekostet Ich hoffe diese Erfahrung liefert uns einen entscheidenden Denkimpuls und ist allen ein Warnschuss. Die Reaktion nach dem Rückstand, den vielen kleinen und großen Rückschlägen während des Spielverlaufs war dagegen absolut herausragend.
Ohne dabei die Leistung des Gegners schmälern zu wollen, bin ich fest davon überzeugt das dieser Sieg völlig verdient ist. Emleben hat stark gekämpft und uns alles an Leistung abverlangt. Die körperliche Überlegenheit in den Schlussminuten war allerdings nicht zu übersehen. Wieder einmal ein Beleg dafür, was mit guter körperlicher Fitness alles möglich ist.
Nach dem gestrigen Tag dürfen wir erst mal aufatmen und den Moment genießen, da man die Verfolger weiter auf einen gesunden Abstand hält und zu dem mit 7 Siegen !!! in Folge in die Spitzenpartie gegen Leina am kommenden Sonntag geht.
Wer dieses Drama verpasst haben sollte, sollte unbedingt die Chance ergreifen und versuchen den TSV bei der nächsten Gelegenheit live mitzuerleben. Denn Spieler und Fans sind noch nicht am Ende ihrer Reise angelangt.

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