Großfahner besiegt den Tabellennachbarn

Spielbericht TSV - Leina

Wer sich vor dem Spiel die Tabellenkonstellation angesehen hat, wusste, heute würde nur ein Sieg zählen. 4 Punkte lag man hinter den Gästen aus Leina, und in den folgenden Wochen würden die Gegner nicht gerade leichter werden. Auch die Statistik sprach vor dem Spiel eine klare Sprache, 9 mal traf man in der Vergangenheit bereits aufeinander, nur 4 mal verließ unser TSV das Feld als Sieger. Des Weiteren konnte Leina in dieser Saison in jedem Spiel mindestens einen Treffer erzielen, außer im Hinspiel gegen unsere Elf. Im Hinterkopf sollte jedoch auch behalten werden, dass unsere Mannschaft ihre letzten 7 Partien gewinnen konnte, eine Bilanz die durchaus auch bei den Gästen für Respekt sorgen würde. Dennoch räumten uns vor der Partie nicht wenige nur eine Außenseiterchance ein.

Karsten Ihring führte unsere Mannschaft wie gewohnt als Kapitän aufs Feld, doch musste dieser bereits bei der Platzwahl die erste Niederlage des Tages einstecken. Die Gäste bestanden auf den Seitenwechsel, weshalb das Spiel für unsere Mannschaft zunächst ungewohnt begann.
Die Mannschaft von Trainer Heinemann war von Beginn an selbstbewusst und aggressiv in den Zweikämpfen. Ungewohnt frühes Pressing, um den Gegner noch vor der Ballannahme zu stören bereitete den Gästen von Beginn an große Probleme. Der Respekt war ihnen deutlich anzumerken und unser frühes Forechecking schien sie überrascht zu haben. Bereits in der 4. Spielminute stand Andre Frank alleine vorm gegnerischen Gehäuse und hatte die Gelegenheit zur frühen Führung, Vorausgegangen war ein schöner Lupfer über die Verteidigung, Andre steht völlig blank vorm Tor, bekommt jedoch nicht genügend Druck hinter den Ball. In der 12. Spielminute hatte sich unsere Mannschaft bereits den 3. Eckstoß erarbeitet. Da alle vorangegangen Eckstöße jedoch im Sande verliefen, machte sich nun Andre Frank zum Punkt. Dieser nahm nicht nur Anlauf, sondern Maß und versenkte die Kugel direkt im Kasten. Ein sehenswerter Treffer, den man so nicht alle Tage sieht. Der Plan schien aufzugehen, der Gegner fand bis hierhin gar nicht ins Spiel und eine frühe Führung sollte für Sicherheit sorgen.
Die Gäste schüttelten sich jedoch kurz und fanden nun besser ins Spiel. Wie gefährlich sie sein können, wenn man sie spielen lässt, zeigten sie nun mehrfach in vielen Kurzpass Kombinationen, oder der Spieleröffnung über die Flügel. Der Druck auf unser Tor wurde nun deutlich erhöht, so dass sich unsere Mannschaft zu diesem Zeitpunkt oftmals nur mit kleinen Foulspielen zu helfen wusste. Die daraus resultierenden Freistöße wurden jedoch zu weit aufs Tor geschlagen und Abschlüsse fanden lediglich den Weg hinters Tor. Nennenswerte Torchancen ließ unsere Verteidigung. bestehend aus Pennewiss, Heining und Sonneberg bis zur Halbzeit nicht mehr zu.
In der Pause war Trainer Heinemann gezwungen zu wechseln, Sven Ihring musste den Platz angeschlagen verlassen und wurde durch Marius Henniger ersetzt.

Zu Beginn der 2. Hälfte merkte man der SG Leina eine andere Körpersprache an, mächtig viel Wut schien sich breit gemacht zu haben, hatte man doch deutlich mehr Ballbesitz und war alles andere als eine unterlegene Mannschaft. Die Gäste wollten nun unbedingt den Ausgleich erzielen und erhöhten den Druck auf unser Gehäuse nochmals deutlich. Hier und da schaffte man es sich bis vor das Tor zu spielen, doch landete jeder Schuss neben/über dem Tor, oder ein fahnerscher Spieler schaffte es noch irgendwie rechtzeitig einen Fuß dazwischen zu halten.
Unsere Mannschaft hatte sich inzwischen längst nur noch auf das Kontern beschränkt, schließlich wusste man um die Offensivstärke der Gegner, genauso aber um die Anfälligkeit welche Leina in der Defensive immer wieder offenbarte. Alle Hoffnungen lagen nun auf Andre, der bei langen Flanken über das Halbfeld immer wieder viel Platz hatte. So auch in der 55. Spielminute. Die Gäste mit dem ausführenden Eckball, welcher von Dennis Hankel geklärt und anschließend von Oliver Heining lang über das Halbfeld geschlagen wird. Der Ball ist eigentlich zu lang, als das ihn Andre erreichen könnte, der Keeper mit der Möglichkeit den Ball aufzunehmen, entschließt sich jedoch für den Direktpass nach vorn und schießt dabei Andre an. Dieser lupft den Ball erneut aus ca. 13 Metern zum 2-0, sehenswert über den Torhüter. Auch wenn der Fehler vorher klar vom Torhüter ausgeht, muss man Andre zugute halten, dass er obwohl der Ball unerreichbar erscheint, diese „unnötigen“ Meter überhaupt geht. Und jeder weiß, wie ungern er „unnötige“ Meter geht
Leina schien nun geschockt, gerade wenn man sich die Art und Weise der Gegentore anschaut, war dies einem Spitzenteam welches aufsteigen möchte nicht würdig. Der Ton auf dem Spielfeld wurde rauer, gegenseitige Schuldzuweisungen machten nun mehrfach die Runde. Der Frust machte sich inzwischen im Spiel der Gäste bemerkbar, Abschlüsse folgten beinahe verzweifelt aus der 2. und 3. Reihe und stellten keine ernsthafte Gefahr dar. Präzises Passspiel wie es in der 1. Halbzeit noch der Fall war, war nun kaum noch zu erkennen. Und was tat der TSV? Rührte weiter Beton an und besinnte sich aufs Kontern. In der 75. Spielminute wieder ein langer Ball auf Andre Frank, der von der Mittellinie ungehindert aufs gegnerische Tor ziehen und locker zum 3-0 einschieben kann. Die Anhänger am Spielfeldrand waren aus dem Häuschen, wohl wissend dass dies die Vorentscheidung gewesen sein muss. Kurze Zeit später gab es den verdienten Feierabend unseres 3-fachen Torschützen, welcher unter Sonderapplaus das Spielfeld verließ.
In der letzten viertel Stunde passierte nicht mehr viel, die Gäste schienen sich mit der Niederlage abgefunden zu haben und unsere Mannschaft war gewillt die 0 zu halten. Nach 90 Minuten pfiff Schiedsrichter Greif die Partie ab und sorgte für Jubel auf der einen, und Ernüchterung auf der anderen Seite.

Fazit: Mit einer wiederholt geschlossenen Mannschaftsleistung, viel Leidenschaft und Kampfbereitschaft haben wir wichtige 3 Punkte gegen einen spielstarken Gegner geholt. Leina war sicherlich nicht gerade unterlegen, allerdings fehlte heute die Bissigkeit in der Zweikampfführung, vor allem aber eine größere Kompromisslosigkeit im Abschluss. Gewonnen haben wir dieses Spiel nicht durch spielerische Klasse, sondern über Effizienz im Abschluss. Die Defensive hat ihre angesprochenen Lücken offenbart, und sollte auch anderen Mannschaften Mut machen.
Es ist allerdings auch kein Zufall das die Mannschaft, welche in jedem Spiel mindestens einen Treffer erzielt, gegen uns erneut ohne Torerfolg bleibt. Ein großes Kompliment an alle Mannschaftsteile, für die herausragende Defensivarbeit. Ihr habt wieder mal bewiesen was mit viel Einsatz und großer Moral alles möglich ist. Wenn wir so weiter arbeiten und die Schritte gehen die uns weh tun, werden wir diese Saison noch viel Freude haben.Wie sagt man so schön, mit dem Sturm gewinnt man Spiele, mit der Defensive Meisterschaften.

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