Trainer Frank Heinemann im Interview

Trainer-InterviewEs ist soweit, der TSV startet kommenden Sonntag (15 Uhr) gegen Blau Weiß Ballstädt erstmals in der Kreisliga. Dabei bekommen wir es mit starker Konkurrenz zu tun. Zweifel am Klassenerhalt? Hat trotzdem niemand! Vor genau 4 Wochen stieg Trainer Frank Heinemann mit seinen Jungs in die Vorbereitung ein. In unserem großen Interview spricht er über seine persönliche Rolle, analysiert die Vorbereitung und blickt auf die bevorstehenden Aufgaben.

Frank, die Vorbereitung ist nahezu abgeschlossen, gegen Blau Weiß geht’s endlich mit den Punktspielen los. Wird Zeit oder?

Frank: Absolut! Wir haben in den vergangenen 4 Wochen konzentriert und intensiv trainiert und freuen uns jetzt einfach, dass der Ligabetrieb startet – und das auch noch mit einem Heimspiel. Wir sind bereit und haben richtig Lust auf die Saison.

Im ersten Heimspiel treffen wir auf einen altbekannten Gegner – wie schätzt du die Mannschaft der Blau-Weißen ein?

Frank: Sie sind eine spielerisch gut eingestellte Truppe und haben sich innerhalb der Liga gut etablieren können. Es wird ein schweres Spiel und gleichzeitig ein Gradmesser für die kommenden Spiele werden. Ich bin mir aber sicher, wenn wir an unsere Stärken glauben und diese umsetzen, wird es schwer werden uns zu schlagen.

Welche Eindrücke konntest du bisher von deiner Mannschaft sammeln und wie fällt dein Fazit der Vorbereitung aus?

Frank: Wir haben während der Vorbereitung einige neue Dinge ausprobieren können und hoffen diese auch schon bald in den Punktspielen umsetzen zu können. Leider konnten einige unserer Spieler verletzungsbedingt oder berufsbedingt nur wenig bis gar nicht trainieren. Hier haben wir noch Nachholbedarf. Insgesamt bin ich aber wirklich sehr zufrieden! Jeder im Verein gibt Gas für den Erfolg und man spürt auch innerhalb des Ortes eine gewisse Euphorie.

Wie haben sich die Neuzugänge Martin Müller, Sebastian Beck, Marcel Wehr und Christian „Lumpi“ Ernst integriert?

Frank: Die Jungs sind gut in der Truppe angekommen. Da sich die Spieler schon viele Jahre kennen, war es auch nicht schwer sie zu integrieren. Alle 4 haben schon jetzt gezeigt dass sie Optionen für die Startelf sind und uns von Beginn an helfen können. Jetzt müssen sie unser Spielsystem weiter verinnerlichen und an Kleinigkeiten arbeiten. Besonders freut uns natürlich, dass sie alle aus der Region kommen und sich mit dieser identifizieren. Wenn du Spieler bezüglich einer Verpflichtung ansprichst, geht es heut zu Tage meist recht schnell ums Geld. Insofern kann man diese Transfers schon als etwas Besonderes bezeichnen, denn keiner der 4 stellte irgendwelche Ansprüche.

Wo siehst du insgesamt noch das meiste Verbesserungspotential?

Frank: Verbessern kann man sich immer, aber auf die Kreisliga bezogen ist unser Niveau schon recht ordentlich. Am meisten Potenzial sehe ich noch in der Chancenverwertung und darin, unsere Ideen im Spiel in einem noch höherem Tempo umzusetzen. Gerade im Spielaufbau machen wir manchmal noch zu einfache Fehler.

Man kennt dich in Großfahner als Spieler und als Trainer. Was unterscheidet diese beiden Persönlichkeiten?

Frank: Als Trainer hast du ganz andere Aufgaben und eine größere Verantwortung als ein Spieler. Bei mir verlief der Übergang vom Feld auf die Bank relativ nahtlos, deshalb habe ich mich menschlich auch nicht großartig verändert. Aber egal ob als Spieler oder als Trainer, ich will immer den maximalen Erfolg.

Nach dem Aufstieg in die Kreisliga ist der Klassenerhalt das erklärte Saisonziel. Verspürst du Druck?

Frank: Ich kenne die langfristigen Ziele des Vereins, und ich weiß auch, was von mir erwartet wird. Druck verspüre ich keinen, schließlich können wir als Aufsteiger befreit aufspielen. In der Kreisklasse gab es einige Mannschaften, welche locker Kreisliga spielen könnten, insofern glaube ich dass es schwieriger ist den Sprung in die Kreisliga, als den Klassenerhalt zu schaffen. Hier soll Fußball auch in erster Linie Spaß machen, aber wir sind natürlich mit vollem Ernst bei der Sache.

Als Spieler hattest du namhafte Trainer wie Rainer Trölitsch, Achim Fischer und Thomas Liebetrau. Wie sehr wurdest du von diesen Trainern geprägt?

Frank: Ich hatte in all den Jahren viele gute Trainer und habe von jedem etwas mitgenommen. Klar denke ich noch ab und zu daran, was einer meiner ehemaligen Trainer in einer gewissen Situation gemacht hätte, doch versuche ich natürlich meinen eigenen Weg zu gehen und mich weiterzuentwickeln.

Mit welcher Philosophie möchtest du das schaffen?

Frank: Ich mag attraktiven Fußball, den auch die Zuschauer gern sehen. Natürlich wird es aber auch Gegner geben die uns taktisch als auch spielerisch überlegen sind, alles in allem sehe ich die Liga jedoch recht ausgeglichen.

Deine Mannschat ist 2016 noch ohne Punktspielniederlage, was ist das Erfolgsrezept und glaubst du es könnte zunächst ein Vorteil sein?

Frank: Unser größter Vorteil ist, dass wir seit vielen Jahren zusammen spielen und demzufolge ein eingespielter Haufen sind. Wir hatten aber auch das entsprechende Glück, welches man für so eine Serie natürlich auch haben muss. Personell hatten wir zum Ende hin arge Probleme und mussten des Öfteren auf unsere zweite Mannschaft zugreifen. Aber wenn du so einen Lauf hast, dann kann das nochmal Kräfte freisetzen die du unter normalen Bedingungen eben nicht hast. Als bestes Beispiel dient hierfür das Spiel gegen den FSV Ohratal III, als wir zur Halbzeit nicht nur mit 0-2 hinten lagen, sondern nach dem Seitenwechsel auch noch zwei hundertprozentige Chancen liegen lassen haben. Unter normalen Bedingungen fängst du eigentlich an, an dir zu zweifeln, doch die Mannschaft baute sich weiter gegenseitig auf und glaubte fest an ihre Stärken.

Lass uns zum Abschluss noch einen Blick auf die Liga werfen. Welche Teams sind zu favorisieren, gegen welche Mannschaften wird es besonders schwer werden und wo ordnest du dein Team ein?

Frank: Ich schaue in erster Linie auf den eigenen Verein. Wir brauchen uns nicht nach rechts oder links orientieren, sondern müssen uns selbst nach vorne bringen. Natürlich respektieren wir jeden Gegner, aber wir werden versuchen unsere Stärken auszuspielen und dadurch zu gewinnen. Jedes Jahr hält die Liga ein bis zwei Wundertüten bereit, als Favoriten muss man aber ganz klar den Luisentaler SV sowie Westring Gotha bezeichnen. Und auch wenn Eintracht Apfelstädt als Aufsteiger ins Rennen geht, muss man diese mit ganz vorn auf der Rechnung haben. Offensiv sind sie einfach so gut aufgestellt wie kein Zweiter, wenn sie nun noch ihre defensiven Schwächen abschalten können ist alles möglich. Wir werden aber alles dafür tun, um am Ende der Saison eine gut gefüllte Wundertüte zu sein. (grinst)